

Sesselkrieg zwischen allen Stühlen / Theater des Verhinderns
7., 8., 9. und 10. Mai 2014, 20 Uhr
WUK / Saal, Währinger Straße 59, 1090 Wien
www.wuk.at
Konzept, Realisation u. Performanc: Julius Deutschbauer / Theater des Verhinderns
Mitwirkende: Nada Burtscher, Karin Ferrari, Ruth G?owacki, Kerstin Haubold, David Jagerhofer, Heinz Pusitz, Gabriel Schöller, Oscar Schöller, Clemens Stecher, Mario Strk, Bernadette Stummer, Barbara Ungepflegt
Julius Deutschbauer und dem zwölfköpfigen Theater des Verhinderns dient das Spiel Reise nach Jerusalem als formaler Leitfaden für ein Stück zwischen allen Stühlen. Der Stuhl ist die Hauptfigur. Eine Sammlung von Zitaten von Kleist bis Oswald Wiener, vom Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens bis zur US-Punkband Dead Kennedys wird zur konkreten Handlungsanweisung. Was wie ein „Stuhlrausch“ beginnt, wird zu einem regelrechten Sesselkrieg.
Gerichtsrat Walter (David Jagerhofer) meint zum Dorfrichter Adam (Heinz Pusitz): „Ihr habt zulängst hier auf dem Stuhl gesprochen.“ Kleists Käthchen von Heilbronn (Kerstin Haubold) „nötigt ihn (Mario Strk) auf einen Sessel in des Zimmers Mitte nieder“. Bernadette Stummer „zieht einen Stuhl an einen Sessel heran und setzt sich in den zweiten“ (Samuel Beckett: Molloy), derweil Barbara Ungepflegt mit Kim Jong-un im eigens für diesen errichteten Sessellift baumelt. Nada Burtscher thront „die Hosen an den Knien auf dem Kackstuhl“ (Reto Hänny: Blooms Schatten), nein, nicht auf dem Kackstuhl, auf dem Gebärstuhl! „Das Kind wird ja durch den After geboren wie der Stuhlgang“, sagt Sigmund Freud. Also werden unter den Namen „Stuhlgang 1“ und „Stuhlgang 2“ die Toilettenanlagen während der Aufführung auf die Bühne verlegt. Schließlich setzt sich Clemens Stecher „auf einen Sessel, aus seiner schwarzen Hose steht sein roter Schweif hoch empor“ (Josefine Mutzenbacher: Die Geschichte einer Wienerischen Dirne. Von ihr selbst erzählt), während ihm Karin Ferrari wieder mal Ziegenhörner aufsetzt. Im Gewaltausbruch mit Kettensägenmassaker schließt sich der zitatenschwangere Sesselkreis, bis endlich Gabriel Schöller als DJ Cretin Dung (benannt nach den paramilitärischen Krating Daengs – Red Bulls – der 1970er-Jahre in Bangkok) die Sesseltanzdisco eröffnet.
Siehe auch:
"Julius Deutschbauer - 20 Jahre PLAKATE" - EXPOSITION.AT, Jennersdorf
"Möbel, Topfpflanzen, Urlaubsreisen" - Galerie Steinek, Wien



